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Wegweisender Schritt in die Zukunft zum zehnjährigen Jubiläum

Die Kirchenkreissynode beschließt zwölf neue Kirchspiele

23.05.2019 ǀ Preetz 

Noch bevor die 71 anwesenden Delegierten der Synode des Kirchenkreises Plön-Segeberg bei ihrer Abendtagung in Preetz wichtige Entscheidungen für die Zukunft der evangelischen Kirche in der Region trafen, stießen sie feierlich mit einem Glas Sekt an. Aus gutem Grund: Vor genau zehn Jahren, im Mai 2009, fusionierten der Kirchenkreis Plön und der Kirchenkreis Segeberg zum heutigen Kirchenkreis Plön-Segeberg.



Ein Schritt, der damals durchaus kontrovers diskutiert worden war, erinnerte Präses Peter Wiegner in seiner Begrüßungsansprache. Heute zeige sich aber auf allen Ebenen die gute und professionelle Zusammenarbeit im Kirchenkreis Plön-Segeberg.

Zehn Jahre nach der Fusion standen bei der aktuellen Synodentagung erneut tiefgreifende Strukturfragen zur Entscheidung. Im Rahmen des Prozesses „Kirchspiel 2030“ beschlossen die Synodalen mit lediglich drei Enthaltungen einstimmig zwölf neue Kirchspiele, die jeweils aus mehreren Kirchengemeinden bestehen. „Die Kirchspiele ersetzen nicht die Kirchengemeinde, sondern bilden einen Handlungsspielraum in der Region, um als Kirche zukunftsfähig vor Ort zu bleiben“, erklärte Propst Erich Faehling. Sein Amtsbruder, Dr. Daniel Havemann, ergänzte: „In den neugegründeten Kirchspielen werden die Gemeinden ihre Zusammenarbeit intensivieren und neu ordnen. Wir werden auch weiterhin eine Kirche sein, die gestalten kann, die gehört wird und die dicht bei den Menschen ist.“

Damit reagierte der Kirchenkreis auf einen prognostizierten Fachstellenmangel bei Pastorinnen und Pastoren. Für den Kirchenkreis heißt das konkret: Aufgrund landeskirchlicher Vorgaben können im Jahr 2030 nur noch 44 statt 67 Pfarrstellen besetzt werden. Der Prozess „Kirchenkreis 2030“ soll dabei helfen, trotz allem künftig als Kirche menschennah und handlungsfähig in der Region aufgestellt zu sein und für eine hohe Verteilungsgerechtigkeit der vorhandenen Pfarrstellen innerhalb des Kirchenkreises zu sorgen.

Folgende zwölf Kirchspiele wurden beschlossen. Im Klammern stehen die dazugehörigen Kirchengemeinden. Die Namen der Kirchspiele sind bislang noch Arbeitstitel. Zudem wird aufgezeigt, wie viele Pfarrstellen aktuell in den Kirchspielen vorhanden sind und wie viele es voraussichtlich 2030 sein werden.

  • Alte Schwentine (Bornhöved, Trappenkamp, Wankendorf)
    Aktuell: 4 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen
     
  • Erweiterte Probstei (Laboe, Schönberg, Probsteierhagen und Selent).
    Aktuell: 5,5 Pfarrstellen. 2030: 3,5 Pfarrstellen
     
  • Ostsee und Kossau (Lütjenburg, Blekendorf, Kirchnüchel und Giekau)
    Aktuell: 4,5 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen
     
  • Schwentinental (Raisdorf und Klausdorf)
    Aktuell: 3 Pfarrstellen. 2030: 2 Pfarrstellen
     
  • Preetz (Preetz)
    Aktuell: 4,5 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen
     
  • Großer Plöner See (Plön, Lebrade, Ascheberg)
    Aktuell: 4,75 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen
     
  • Segeberg Ost (Warder, Schlamersdorf, Prostorf, Sarau und Neuengörs)
    Aktuell: 4,75 Pfarrstellen. 2030: 3 Pfarrstellen
     
  • Segeberg (Segeberg)
    Aktuell: 5 Pfarrstellen. 2030: 3,5 Pfarrstellen
     
  • Segeberg West (Wahlstedt, Leezen, Todesfelde, Stuvenborn-Seth-Sievershütten)
    Aktuell: 6 Pfarrstellen. 2030: 4 Pfarrstellen
     
  • Segeberg Süd (Bargfeld, Nahe, Sülfeld)
    Aktuell: 3,5 Pfarrstellen. 2030: 2,5 Pfarrstellen
     
  • Nordstorman (Reinfeld, Hamberge, Klein Wesenberg, Zarpen)
    Aktuell: 5 Pfarrstellen. 2030: 3,5 Pfarrstellen
     
  • Oldesloe (Oldesloe)
    Aktuell: 6,5 Pfarrstellen. 2030: 4,5 Pfarrstellen
     

Faehling und Havemann bedankten sich bei den Synodalen für eine konstruktiv und fair geführte Diskussion bei einem Prozess, der für Kirche in der Region wegweisenden Charakter habe. Der Kirchenkreis, so betonten beide Pröpste, werde die Gemeinden dabei nach Kräften unterstützen. So werden unter anderem zwei neue Pfarrstellen für Vertretungsdienste eingerichtet um im Laufe der Umgestaltung entstehenden Vakanzen oder personelle Notstände auffangen zu können. Diese sind zunächst jeweils auf sechs Jahre befristet. Darüber hinaus wird zum 1. September die Stelle eines Projektmanagers besetzt. Diese Aufgabe übernimmt Andreas Lüdtke, derzeit noch Pastor in Schönberg. In seiner zukünftigen Funktion wird er unter anderem eng mit den Kirchengemeinden zusammenarbeiten, um diese bei Fragen rund um die Strukturreform zu beraten und den Prozess mitzugestalten.

Im Anschluss berichtete die Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis, Dr. Barbara Kempe, über die geplanten Umbaumaßnahmen des Hauses am Kirchsee in Preetz. Die Baugenehmigung für den Umbau der ehemaligen Pflegezimmer zu betreutem Wohnen liegt vor. Dort entstehen voraussichtlich bis Frühsommer 2020 zwanzig neue Wohnungen, barrierearm und teilweise auch behindertengerecht. Die Tagespflege bleibt auch während der Bauzeit vollumfänglich dort erhalten. Fast alle bisherigen Pflegeheim-Bewohner sind in das neu gebaute Haus am Cathrinplatz umgezogen, dass im April eröffnet wurde. Für die noch freien Plätze gibt es zahlreiche Interessenten.


Hintergrund Synode:

Die Synode des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Plön-Segeberg ist das Parlament der ca. 120.000 evangelischen Christinnen und Christen in dieser Region (Synode bedeutet „Zusammenkunft“). Die 87 Mitglieder der Synode setzen sich zusammen aus Delegierten der 35 Kirchengemeinden und Dienste und Werke des Kirchenkreises, der von Laboe bis Bargfeld reicht. Die Synode erlässt unter anderem Gesetze, besetzt durch Wahl wichtige Leitungsämter, beschließt den Haushalt und trifft kirchenpolitische Entscheidungen. Den Vorsitz in der Kirchenkreissynode führt ehrenamtlich Präses Peter Wiegner. Die Legislaturperiode der gewählten Synodalen beträgt sechs Jahre.

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