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Synode hat Zukunft von Kirche in der Region fest im Blick

Kirchen-Delegierte beschließen Haushalt 2019 und erste Kirchspiele für den Prozess „Kirchenkreis 2030“

16.02.2019 ǀ Bad Segeberg 

Die Synode des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Plön-Segeberg hat bei ihrer Tagung am 16. Februar den Haushalt in Höhe von 17,6 Millionen Euro beschlossen. Aus dem Haushalt wird unter anderem die Arbeit in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Bildung, Schul- und Klinikseelsorge, Kirchenmusik, Familienarbeit, Ökumene, Seniorenarbeit und zahlreichen diakonischen Arbeitsfeldern finanziert. Der Haushaltsplan liegt in der Zeit vom 18. Februar bis 15. März bei der Kirchenkreisverwaltung in Bad Segeberg (Oldesloer Straße 24) öffentlich zur Einsichtnahme aus.
Mit Blick auf die Zukunft beschlossen die Synodalen zudem die ersten drei von voraussichtlich elf neuen Kirchspielen im Rahmen des von der Synode beschlossenen Prozesses „Kirchenkreis 2030“.



Mehrere Gemeinden bilden jeweils ein Kirchspiel, um dort ihre Zusammenarbeit neu zu organisieren und intensivieren. Damit reagiert der Kirchenkreis auf einen prognostizierten Fachstellenmangel im Pfarramt. Bis zum Jahr 2030 wird es in der Nordkirche aufgrund von Pensionierungen und fehlendem Nachwuchs voraussichtlich bis zu 600 Pastorinnen und Pastoren weniger geben. Für den Kirchenkreis heißt das: Aufgrund landeskirchlicher Vorgaben können dann nur noch 44 statt 67 Pfarrstellen besetzt werden. Der Prozess „Kirchenkreis 2030“ soll dabei helfen, trotz allem künftig als Kirche menschennah und handlungsfähig in der Region aufgestellt zu sein.

Zu Kirchspielen zusammengefunden haben sich die Kirchengemeinden Wahlstedt, Leezen, Todesfelde und Stuvenborn-Seth-Sievershütten (Kirchspiel Segeberg West), Bad Oldesloe (Kirchspiel Oldesloe) sowie Reinfeld, Hamberge, Klein Wesenberg und Zarpen (Kirchspiel Segeberg Südost). Die Kirchspiele, deren Namen noch Arbeitstitel sind, ersetzen nicht die Kirchengemeinden, sondern stellen lediglich einen konkreten regionalen Handlungsraum da.

Die anderen Kirchengemeinden des Kirchenkreises befinden sich derzeit noch in der Sondierungsphase. Hier fällt in der Synode am 22. Mai eine endgültige Entscheidung. „Wir haben uns bewusst dazu entschlossen, die Kirchspiel-Entscheidungen auf zwei Synoden zu verteilen“, sagte Propst Dr. Daniel Havemann, „damit diejenigen, die schnell zusammenfinden, nicht ausgebremst werden. Und jene, die noch etwas mehr Vorbereitungszeit benötigen, kommen so nicht unter unnötigen Druck.“

Sein Amtskollege, Propst Erich Faehling, erklärte auf Nachfrage, „dass vor Ort gut eingeschätzt werden kann, welche zukünftigen Strukturen in den Regionen passend sind. Gemeinden sind unterschiedlich und dürfen ihre eigenen Wege verfolgen. Vielleicht wird die Kirche in diesem Prozess auch bunter.“
Um die Kirchengemeinden auf diesem Weg zu unterstützen, stimmte die Synode der Schaffung zweier neuer Pfarrstellen für Vertretungsdienste zu, zunächst jeweils auf sechs Jahre befristet. „Damit wollen wir sicherstellen, dass Vakanzen, die im Laufe des Prozesses „Kirchenkreis 2030“ entstehen, schnell und gut abgedeckt werden können“, sagte Propst Havemann.

Im Jahresbericht skizzierte Propst Faehling die Schwerpunkte der kirchenkreislichen Arbeit. In seinem Ausblick betonte er die Aufgabe der Kirche dieser Zeit. Sein Fazit: „Je mehr das Leben Erosion zeigt, desto intensiver müssen wir den Kern unserer Arbeit, die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen, stärken. Das hilft uns weiter als einfache und populistische Wahrheiten.“

Zum Abschluss der Synode berichtete Prost Havemann über den Stand des geplanten Neubaus der Kirchenkreisverwaltung in Bad Segeberg. Nach einem im Herbst 2018 durchgeführten Architekten-Wettbewerb, hat sich der Kirchenkreisrat entschieden, bei weiteren Planungen mit dem Hamburger Architekturbüro „me di um -Architekten, Roloff – Ruffing + Partner“ zusammenzuarbeiten. Verzichten wird der Kirchenkreis aus Kostengründen auf einige ursprünglich geplante Gebäudeteile wie die Tagespflege und das Hauptmagazin für das Archiv. Auch deswegen befindet man sich derzeit in einer zweiten Planungsphase. Eine endgültige Entscheidung wird die Kirchenkreissynode dann im Februar 2020 treffen. Bis dahin liegt eine verlässliche Kostenschätzung vor. „Ein Neubau ist und bleibt unser Ziel“, betonte Propst Havemann. „Wir werden der Synode unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit einen Vorschlag unterbreiten.“

Hintergrund Synode:

Die Synode des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Plön-Segeberg ist das Parlament der ca. 120.000 evangelischen Christinnen und Christen in dieser Region (Synode bedeutet „Zusammenkunft“). Die 87 Mitglieder der Synode setzen sich zusammen aus Delegierten der 35 Kirchengemeinden und Dienste und Werke des Kirchenkreises, der von Laboe bis Bargfeld reicht. Die Synode erlässt unter anderem Gesetze, besetzt durch Wahl wichtige Leitungsämter, beschließt den Haushalt und trifft kirchenpolitische Entscheidungen. Den Vorsitz in der Kirchenkreissynode führt ehrenamtlich Präses Peter Wiegner. Die Legislaturperiode der gewählten Synodalen beträgt sechs Jahre.

Text und Foto: svg