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Gottesdienst zum Landeserntedankfest in Schönberg gefeiert

Bischof Magaard: „Hoffnungsvoll und lebensbejahend diese Welt gestalten“

07.10.2019 ǀ Preetz/Schönberg 

Mit einem festlichen Gottesdienst wurde am gestrigen Sonntag das Landeserntedankfest in Schönberg (Holstein) gefeiert. Eingeladen hatten dazu die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) und das Land Schleswig-Holstein. In seiner Predigt sagte Bischof Gothart Magaard (Sprengel Schleswig und Holstein): „Wir danken Gott für die Gaben der Natur und wir danken den Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, die gepflanzt oder produziert, gegossen und gedüngt, verarbeitet und vermarktet haben, für ihren Dienst an unserer Gesellschaft. Wir wissen um all das Gute, das ist. Aber wir vertrauen Gott auch an, was offen ist und uns umtreibt: Die Frage danach, wie es gerecht zugehen kann in unserem Land und unserer Welt und wie wir unsere Gesellschaft gestalten könnten, damit die Zukunft für alle Menschen hell ist. Damit Kinder in diesem reichen Land nicht unter der Armutsgrenze leben müssen. Damit die Menschen in aller Welt Zugang zu sauberem Trinkwasser und ausreichend Nahrung und Bildung bekommen und in Frieden und Freiheit leben können. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen oder um klare, vermeintlich einfache Alternativen. Es geht vielmehr um die Vision einer Gesellschaft, die im Alltäglichen neu beginnt und die Menschen Lust darauf macht, realistisch und zugleich kreativ, hoffnungsvoll und lebensbejahend diese Welt zu gestalten. In Achtung voreinander, in demokratischer Gesinnung – mit Freude am Leben. Auch deshalb feiern wir das Landeserntedankfest.“

 

 



Jan-Philipp Albrecht, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung, sagte im Gottesdienst: „Der Erntedank soll uns Jahr für Jahr zumindest einmal vor Augen führen, dass die Versorgung mit Lebensmitteln längst nicht so selbstverständlich ist, wie wir es gewohnt sind. Im Wohlstand unserer Überflussgesellschaft genießt auch die Wertschätzung gegenüber dem Lebensmittel und denjenigen, die sie für uns erzeugen und für den Verzehr aufbereiten, nicht den Stellenwert, der angemessen wäre. Lebensmittel sind nicht selbstverständlich, sie sind ein Produkt unserer Umwelt. Wenn wir nicht auf unsere Umwelt achten, gefährden wir unsere Ernte und damit unseren Wohlstand.“

Weitere Grußworte sprachen der Präsident des Landesbauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz, sowie Ulrike Röhr, Präsidentin des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein e.V.
Im Rahmen des Gottesdienstes überbrachten Vertreterinnen und Vertreter der Gemeinde Bendfeld in der Probsteier Tracht die Erntekrone.

Der Erntedank-Gottesdienst war eingebettet in ein zweitägiges Festprogramm, das von örtlichen Vereinen, Gruppen und Verbänden der Gemeinde Schönberg und dem Umland vorbereitet wurde.

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten Besucher und Besucherinnen sich bei strahlendem Sonnenschein an den zahlreichen Ständen über die Vielfalt der regionalen Gruppen und deren Angebote wie Intiativen informieren. 
Ab 12.30 Uhr  wurde zu den Diskussionsforen Diskussionsforen eingeladen. Alle Veranstaltungsorte waren bis auf den letzten Platz besetzt. Diskutiert wurde über die „Verantwortung der Landwirtschaft für die Welternährung“, die „Situation der bäuerlichen Betriebe in Schleswig-Holstein“, die „Chancen für regionale Ökonomien im ländlichen Raum“ und über das Thema „Landwirtschaft und Klimaverantwortung“.
Zu einem „Talk über Gott und die Welt“ im Festzelt luden am späten Nachmittag Propst Erich Faehling und der Autor und Bauer Matthias Stührwoldt ein. Bauer und Autor.
Am späten Abend endete das Landeserntedankfest mit dem Abendsegen.

mm