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Kirchenkreissynode stimmt für „Prozess Kirchenkreis 2030“

Zusammenarbeit von Kirchengemeinden wird in neuen Kirchspielen fokussiert

29.11.2018 ǀ Bad Segeberg 

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Plön-Segeberg begibt sich in einen umfangreichen Strukturprozess, um auch künftig in Zeiten von Pastorinnen- und Pastorenmangel personell und inhaltlich gut in den Regionen aufgestellt zu sein. Diese Entscheidung trafen die Mitglieder der Kirchenkreis-Synode mit großer Mehrheit nach intensiver Debatte bei ihrer 4. Tagung im Evangelischen Bildungswerk in Bad Segeberg. Mit dem sogenannten „Prozess Kirchenkreis 2030“ wird auf eine bevorstehende Pensionierungswelle und einen prognostizierten Nachwuchsmangel im Pfarrberuf reagiert. Landeskirchenweit wird es voraussichtlich bis zum Jahr 2030 ein Drittel weniger Pastorinnen und Pastoren geben. Deshalb gibt die Nordkirche den Kirchenkreisen eine Obergrenze für die Anzahl der einzustellenden Pastorinnen und Pastoren vor. Dabei soll eine möglichst große personelle Verteilungsgerechtigkeit erreicht werden. Für den Kirchenkreis Plön-Segeberg bedeutet das konkret eine Reduzierung von 67 auf 44 Pfarrstellen.



Deshalb wird es zukünftig voraussichtlich elf Kirchspiele geben. Diese fungieren als konkrete regionale Handlungsräume, in denen mehrere Kirchengemeinden inhaltlich und organisatorisch kooperieren. Die Kirchspiele werden bis Februar 2019 per synodalem Beschluss festgelegt. Zuvor beraten die Kirchengemeinden über die konkrete Zusammensetzung. In strittigen Fällen wird den betroffenen Kirchengemeinden eine längere Entscheidungsfrist bis zur Mai-Synode 2019 eingeräumt.

„Mit der Entscheidung für den Kirchspielprozess können die Kirchengemeinden wesentlich mitgestalten, wie die Pfarrstellenverteilung in ihrem Kirchspiel in Zukunft geregelt wird“, sagte Propst Dr. Daniel Havemann. Darüber hinaus bestünde die große Chance auf eine Neuausrichtung von kirchlicher Arbeit. „Ziel ist es, für jedes Kirchspiel eine sowohl inhaltlich als auch strukturell gut passende Form der Zusammenarbeit zu erarbeiten“, so Havemann.  Sein Amtskollege, Propst Erich Faehling, ergänzte: „Dabei sind regionale Unterschiede denkbar und möglich. Der Prozess soll freiwillig und von der Basis mitbestimmt sein.“
Die Synode bewilligte außerdem die Einrichtung einer bis 2024 befristeten Projektstelle. „Diese wird die Kirchengemeinden und den Kirchenkreis bei Konzeption, Organisation und Durchführung des Prozesses in den jeweiligen Kirchspielen unterstützen“, sagte Faehling.

Zufrieden mit dem Ergebnis der Tagung zeigte sich der Peter Wiegner, Präses der Synode: „Wir wissen, dass noch ein sehr arbeitsintensiver und ereignisreicher Weg vor uns liegt. Aber mit dem Ja zum Prozess haben wir eine gute und konkrete Arbeitsgrundlage geschaffen, um die bevorstehenden Aufgaben für die Zukunft unseres Kirchenkreises gut und sinnvoll angehen zu können.“

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