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Die Kirche Warder

Die erste urkundliche Erwähnung war 1198. Ursprünglich hatte die Kirche einen Rundturm aus Feldsteinen, im 19. Jahrhundert mit einer viereckigen wuchtigen Backsteinhaut ummantelt wurde.

Der Chorraum war anfangs gewölbt und wurde Ende des 17. Jahrhunderts rechteckig verlängert.

Großer Kirchenumbau 1957: Dabei wurden die Seitenemporen, das “Grafengestühls” und die alten Kirchenbänke entfernt. Man hielt das “Grafengestühl” für nicht mehr zeitgemäß. Hier saß der Patron der KG Warder, der jeweilige Besitzer des Gutes Rohlstorf. Die KG Warder ist bis heute Patronatsgemeinde. Der Patron , Herr Heinrich von Rantzau, hat bis heute Mitsprache- und Vetorecht (!) bei Pastorenbesetzung. Beim Kirchenumbau wurde auch die alten Heizung (großer Ofen unterhalb der Kanzel) entfernt, der romanischen Bogen in der Kirche verbreitert  und die Kanzel vom Bogen in den Chorraum versetzt.

Die Kanzel von 1614 ist eine Stiftung von Claus Buchwald und seiner Ehefrau Adelheid auf Wensin, wie eine längere plattdeutsche Inschrift besagt. Auf den fünf Feldern sind folgende bildliche Darstellungen zu sehen: Verkündigung an Maria, Geburt Jesu, der zwölfjährige Jesus im Tempel, Taufe und Jüngstes Gericht. Kanzeldeckel später (vor ca. 40 Jahren) zunächst als Provisorium mit Ketten befestigt. (bis heute …)

Die Holztaufe (eher selten !) von 1682, eine Stiftung von Anna Margaretha Brockdorff, achtseitig mit Blütengirlanden und Messingeinsatz, ist 1973/74 restauriert und in der ursprünglichen farblichen Fassung wiederhergestellt worden. Bei den Taufen wird ein Messingschale als Einsatz verwendet.

Die farbigen Altarfenster stellen die Apostel Paulus und Petrus dar. Sie sind eine Stiftung von Graf und Gräfin von Rantzau anlässlich ihrer damaligen Silberhochzeit 07.10.1897. 

Die Leuchter in der Kirche stammen ursprünglich vom Gut Müssen und waren einmal ein einziger Leuchter.

Der ehemalige Gruftbau (Brockdorffkapelle) nördlich des Chores mit stuckiertem Kreuzrippengewölbe ist heute vom Chor aus zugänglich und findet als Sakristei Verwendung. 

Die drei gemalten Portraits vorheriger Pastoren in der Kirche solle eine "dänische" Sitte sein. Zwei der Portraits gehören zu Familie Griebel. Diese ist  bis heute mit dieser Kirche verbunden. Die dazugehörigen Gräber wurden restauriert und befinden sich vor der östlichen Chorseite außen an der Kirche.
Das dritte Portrait ist von Pastor Wolters. Er hat sich wegen der "wolterschen Anotationen", einer Art Kirchenchronik, sehr um die KG Warder verdient gemacht. Damit hat er eine Art erste Geschichte dieser KG aufgeschrieben. Außerdem hat er die von ihm in einem sehr schlechten Zustand vorgefundenen Gebäude renoviert und instand setzen lassen. Zu seiner Zeit sind 12 Frauen der Gemeinde öffentlich auf dem sogenannten Hexenbarg als Hexen verbrannt worden. Als Geistlicher musste er bei diesen Hinrichtungen anwesend sein und berichtet in seinen Anotationen davon.Die Gerichtsbarkeit lag damals bei dem damaligen Patron von Brockdorff. Erbherr auf Wensin.

Der Altar

Taufbecken

Orgel

Glocken

Kanzel