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Ökumenische Männergruppe

Eine Gruppe von Männern im Seniorenalter trifft sich monatlich zu unterschiedlichen Unternehmungen:

  • Begegnungen mit Gruppen anderer Konfessionen

  • Besuche von Gottesdiensten anderer christlicher Kirchen, jüdischen und muslimischen Gemeinden

  • Ausflüge mit Besichtigungen von Gotteshäusern, Museen oder Ausstellungen

  • Gesprächsabende

  • Kennenlernen andersartiger Liturgien

Unser Jahresprogramm für 2019 finden Sie hier.

Bei Teilnahmeinteresse melden Sie sich bitte bei Peter Mohr

   

Ökumenische Männergruppe im Kloster Nütschau

Im Haus Raphael des Klosters Nütschau wird eine langjährige, erfolgreiche Männerarbeit geleistet. Von diesem Angebot konnte jetzt auch die ökumenische Männergruppe Wahlstedt/Bad Segeberg profitieren. Bruder Josef, der die Männerarbeit verantwortet, hatte mit Wolfgang Bambas und Peter Mohr ein eigenständiges Tagesseminar unter dem Thema „Der große Segen“ vereinbart. Am 23. Mai machten sich zehn Männer auf den Weg nach Nütschau.

Ausgehend von den biblischen Segen Isaaks (Genesis/1. Mose 27, 26–29) und Jakobs (Genesis 49,
1–28) für deren Nachkommen gingen die Männer auf Suche nach ihren Rollen in Familie, Beziehung, Beruf und Kirche bzw. anderen Gemeinschaften. Eingebettet in die Rolle des Mannes im Patriachat stehen beide Segen im Widerspruch zu der erstgeburtlichen Generationsfolgedominanz. Jakob erschleicht sich als Zweitgeborener den nicht wiederholbaren Segen seines Vaters Isaak und selbst gibt er allen seinen Söhnen einen ihren Möglichkeiten und vorgezeichneten Lebenswegen spezifischen Segen und entlässt sie in ihr Leben. Diese individuelle Zuwendung kann auch noch heute Vorbild für uns Männer in der Seniorenrolle sein. Wir sollen den eingeschlagenen Lebensweg unserer Kinder positiv annehmen, ausgehend von ihren Wesenszügen und unter Zubilligung ihrer Schwächen und sie darin bestärken ohne Zurückweisung und in liebevoller Zuwendung. In diesem Segen sollen nicht die Wünsche des Vaters zum Ausdruck kommen, sondern die Kindesperspektive eingenommen werden. In unserer Zeit ist die Bedeutung der Väter in den Familien zurückgegangen und hat in der Psyche besonders der Söhne eine tiefe Sehnsucht zurückgelassen nach einem fassbaren, präsenten Vater, der seinem Sohn das Leben zeigt und Grenzen in Liebe setzt.

Wir Männer hatten zunächst Probleme mit der Rolle als segnender Vater. Für viele reduzieren sich Segenserteilungen auf Pfarrer, aber als Christen steht uns diese Segensrolle im Rahmen des Priestertums aller Gläubigen zu. Dem Segnen kommt eine versöhnliche Rolle zu, der Verletzungen aufhebt und den Gesegneten bestärkt und ermutigt.

Die Gesprächsrunde setzte sich intensiv mit der Rolle des Mannes in der heutigen Zeit auseinander. Wir leben in einer Zeit, in der das Patriachat der zurückliegenden Jahrtausende zurückgedrängt und die Emanzipation der Frauen voranschreitet. Die seit gut 70 Jahren voranschreitende Herabsetzung der Männlichkeit hat bei der Entwicklung der nachwachsenden männlichen Generation zu nachlassendem Leistungswillen, Disziplin, Kontinuität und Frustrationstoleranz geführt. Männlichkeit wird heute mit Attributen Aggressivität, Karrierismus und Unfähigkeit zur Nähe stigmatisiert. Dabei ist es höchste Zeit für ein Lob männlicher Tugenden. Statt Teil der gesellschaftlichen Avantgarde zu sein, orientieren sich Männer am Gestern. So sind sie auch das Klientel der populistischen rechten Politik geworden. Es ist höchste Zeit die Wertigkeit des Männlichen zu betonen. Die Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft verlangt spezifisch männliche Kräfte: Ob Müllabfuhr, Entsorgung, Tiefbau, Bergbau, Straßenfegen wie auch gefährlichste Tätigkeiten bei Feuerwehr, Katastrophenschutz, Militäreinsatz, Sonderpolizeieinsätze sind ein männliche Domäne und zeigen bei den Einsatzopfern ein Verhältnis von 98 Männern zu 2 Frauen. Positiv gesehen sind diese männlichen Tugenden: Selbstbeherrschung, der Wille, über sich hinauszuwachsen, die Bereitschaft, Risiken auch Hochrisiken einzugehen, sich Herausforderungen zu stellen und der Unterdrückung Widerstand zu leisten. Diese haben nichts mit männlichem Chauvinismus zu tun. Diese von Bruder Josef vorgetragenen Thesen riefen bei den Männern zahlreichen Widerspruch und Nachfragen aus.

So angeregt und ermuntert fand nach lebhafter Diskussion ein kraftvoller Männertag im Haus Raphael sein Ende.

Verantwortlich für den Inhalt: Peter Mohr