nach oben

Warum heißt unsere Kirche in Hartenholm "Emmaus-Kirche"?

Unter den Geschichten von der Erscheinung des Auferstandenen gibt es die eine, die davon erzählt, wie zwei der Jünger Jesu offenbar auf dem Weg nach Hause sind, zurück in ihr Dorf. Nach den jüngsten Ereignissen schien klar, dass die Mission ihres Meisters Jesus von Nazareth gescheitert war.
 
Mit tiefer Trauer und Enttäuschung in sich sind sie unterwegs nach Emmaus. Auf einem Fußweg von etwa zwei Stunden. Sie reden miteinander über das, was ihnen nicht aus dem Kopf geht, was sie gerade miterleben mussten: Die Gefangennahme Jesu, seine Verurteilung, seine Hinrichtung am Kreuz auf Golgatha, wie sein Leichnam schließlich vom Kreuz abgenommen und in eine Grabhöhle gelegt worden war.

Während sie so gehen, gesellt sich einer zu ihnen, der von all dem anscheinend nichts mitbekommen hat. Er fragt. Sie erzählen. Sie erzählen, wer er in ihren Augen in Wirklichkeit war: „… ein Prophet, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk…“ Und dass sie die Hoffnung hatten, „er sei es, der Israel erlösen werde.“

Auch, dass Frauen aus ihrer Mitte sie erschreckt hätten mit der Behauptung, sie hätten bei seinem Grab eine Erscheinung von Engeln gesehen, die gesagt haben, er lebe. …

Da fängt mit einem Male der Fremde an und erzählt, erklärt. Den beiden Trauernden tut das gut. Inzwischen ist es spät geworden. Sie laden den Fremden zu sich ins Haus ein, decken den Tisch, setzen sich hin und essen miteinander.
 
Der Fremde nimmt das Brot, spricht das Dankgebet, bricht das Brot,  teilt es aus …

Da fällt es den beiden bis eben noch trauernden Jüngern wie Schuppen von den Augen und sie erkennen, dass der Fremde der Auferstandene ist, … war …, denn augenblicklich ist er verschwunden …

Sie aber kehren unmittelbar nach Jerusalem zurück zu den anderen Jüngerinnen und Jüngern. Und dort herrscht eine aufgeregte Freude. Andere und dann auch sie erzählen von den unterschiedlichen Erscheinungen des auferstandenen Herrn.

Eine lange und ausführliche Geschichte, die Lukas in seinem Evangelium im 24. Kapitel erzählt. Die Geschichte, aus der die Hartenholmer Kirche ihren Namen bekommen hat.

Es wird nicht immer Trauer sein, die uns mit unseren Gedanken den Weg aus Hartenholm und anderen Dörfern zur kleinen Kirche da draußen am Waldrand gehen lässt. Hoffentlich sind auch Freude und Dankbarkeit, Zufriedenheit und Glück, die Erwartung fröhlicher Gemeinschaft eine Motivation, sich dorthin auf den Weg zu machen.

Meine Vorstellung, mein inniger Wunsch ist es immer gewesen, dass der Weg zu diesem Ort, das, was wir dort miteinander erleben, hören und feiern, uns im guten Sinne verändert, uns freudig in Bewegung bringt, zurück und hinein ins von Gott geschenkte Leben. Dass wir, wenn wir uns in Trauer zum Ort dieser Kirche begeben haben, getröstet und gestärkt umkehren können, glaubensgewiss, dass der Herr mit uns ist.

Auf dem Hintergrund der Geschichte von den Emmausjüngern aus Lukas 24 hat die Hartenholmer Kirche 2002 ihren jetzigen Namen erhalten.