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Die Entstehung der Kirche

Die Segeberger Zeitung berichtete damals (1962/1963):

 

im Mai 1962:

 

 

"Propst Jaeger überbrachte die Grüße der Muttergemeinde"

Der Grundstein wurde gelegt

In vier Wochen soll die Kirche zu Hartenholm richtfertig sein


Hartenholm (re) In einer besonderen Feierstunde wurde in Anwesenheit von Propst Jaeger, Bad Segeberg, der Grundstein zum Kirchbau in Hartenholm gelegt.


Die Feierstunde, zu der sich der gesamte Kirchenvorstand, der Gemeindebürgermeister Ernst Schweim und die Gemeindevertretung sowie zahlreiche Glieder der Gemeinde Hartenholm eingefunden hatten, wurde durch den Kirchenchor mit dem Satz von Prätorius: „Erstanden ist der heilig Christ“ eingeleitet.


Pastor Meyns stellte an den Beginn seiner Ansprache das Bibelwort: „Einen andern Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“


Pastor Meyns gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Jahre des Wartens und Hoffens nun bald vorbei seien. Er dankte der Landeskirche, Propstei und der Gemeindevertretung für ihre Mithilfe.


„Es ist unsere Bitte zu Gott, dass uns und den folgenden Geschlechtern der feste Grund Jesus Christus erhalten bleibe.“ Pastor Meyns schloss seine Ansprache mit den Worten: „Möge das Wort Gottes von dieser Stätte ausgehen in jedes Haus und jedes Herz zum Segen für Zeit und Ewigkeit.“


Es folgte die Verlesung der Urkunde über die Grundsteinlegung. Außer dem kunstvoll geschriebenen Dokument wurde u.a. auch eine Ausgabe der SZ (Segeberger Zeitung) dem Behälter beigefügt. Handwerker verschlossen die Kapsel und mauerten sie ein.


Nachdem Pastor Meyns die symbolische Handlung vollzogen hatte, nahm Propst Jaeger das Wort. Er überbrachte die Grüße der Muttergemeinde Bad Segeberg. Besonders aufschlussreich war sein Hinweis, dass im Jahre 1896 beinahe schon eine Ortskirche entstanden sei. Damals stellte ein Landwirt den Baugrund zur Verfügung und erklärte sich zur Zahlung einer größeren Summe bereit.


Als der Propst und Pastor Hannemann von der Nachbargemeinde Leezen mit Grußworten und Hammerschlägen ihre Anteilnahme bekundet hatten, taten dies stellvertretend für den gesamten Kirchenvorstand dessen Hartenholmer Angehörige.


Mit dem gemeinsam gesungenen Choral „Nun danket alle Gott“ schloss die Feierstunde. - In etwa vier Wochen soll das Gotteshaus richtfertig sein."

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am 30.06.1962:


"„Bis hierher hat uns Gott gebracht“

Freudentag für Hartenholm - Richtkranz über der Kirche


Hartenholm (ph) Sieben Wochen nach der Grundsteinlegung wurde gestern Nachmittag (29. Juni 1962) im Dachstuhl der Kirche von Hartenholm der Richtkranz aufgesetzt. Trotz der zugig-kalten Witterung hatten sich dazu zahlreiche Einwohner des Dorfes eingefunden. Pastor Meyns von der Kirchengemeinde Todesfelde hielt die Ansprache. Vom Kirchenchor Todesfelde wurden zwei Lieder gesungen.


Polier Auster (Schmalfeld) von der bauführenden Firma Hartmann in Hartenholm sprach den Richtspruch. Pastor Meyns hob hervor, dass der Kirchbau bisher unfallfrei verlaufen ist. Grundlage der Ausführungen des Geistlichen war das Wort: „Herr bleibe bei uns, denn es will Abend werden.“


Pastor Meyns deutete den Sinn dieser Worte so, dass damit nicht nur das Heute, sondern auch die Zukunft gemeint sei. „Es wäre nur eine leere Geste, wenn wir es beim Bau dieser Kirche bewenden ließen.“ Die Kirche solle zu einer Herberge für die bedrängten Menschen werden. Mit einem Dankgebet und dem gemeinsam gesprochenen „Vater unser“ wurde die Feier beendet.


Besonders herzlich begrüßte Pastor Meyns seinen Amtsbruder aus Leezen. Im Rückblick auf die Zeit, als er vertretungsweise in de Kirchengemeinde Todesfelde tätig war, schilderte Pastor Hannemann noch einmal, wie das Kirchbauvorhaben seinerzeit entstand. Anfänglich sei er skeptisch gewesen, müsse aber nun sagen, es ist gut geworden.


Architekt Schlote (Hamburg), von dem der Entwurf der Hartenholmer Kirche stammt, sagte, mit dem Richtfest sei der zweite Markstein erreicht. Es bleibe aber noch viel zu tun, um den Bau möglichst zum Herbst benutzungsfertig zu machen. Der Architekt sprach die Hoffnung aus, die Kirche möge aus dem profanen Alltag in den sakralen Auftrag einmünden und den Gemeindemitgliedern Hartenholms zum Segen gereichen."

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am 19.03.1963:


"Die Kirche in Hartenhlm steht bereit

Ein harmonisch-modernes Bauwerk wird morgen vom Bischof eingeweiht.


Die Kirche auf dem Waldfriedhof in Hartenholm wird morgen Nachmittag durch Bischof D. Halfmann geweiht. Es ist das erste Gotteshaus in der Propstei Segeberg, das im Rahmen des Kapellenbauprogramms entstand. - Der Entwurf stammt von dem Hamburger Architekten Dipl.-Ing. Schlote. Das Bauwerk umfasst Kirchenschiff, Sakristei und freistehenden Glockenturm. Stilistisch ist eine Ähnlichkeit mit niedersächsischen Bauernhäusern unverkennbar. Dadurch gliedert sich die Kirche vorteilhaft in die sie umgebende Wald- und Heidelandschaft ein.

 

- Der Eingangsgiebel ist in Glas gestaltet. Fachwerkartige Rahmen tragen die Bleiverglasung. Hauptmotiv des Fensters ist ein thronender Christus. Netzwerk und Fische im unteren Teil des Fensters und alle übrigen Ornamente werden von diesem Christus-Motiv beherrscht. Antik- und Dallglas, pastellfarben im Ton, gelegentlich einige stärkere Farben mit hinein gestreut, geben dem Fenster eine eindrucksvolle Gesamtwirkung.

 

- Der Fußboden des etwa 16 m langen und 8,50 m breiten Kirchenschiffes ist mit Natursteinplatten ausgelegt. Ostgiebel und Seitenwände sind aus Klinker gemauert und weiß gestrichen.

 

- Der Altarraum erhält sein Licht durch ein schmales Lichtband, das vom Dach heruntergezogen und gegen den übrigen Raum durch eine Lichtblende abgedeckt wurde. Dahinter befinden sich Warmtonröhren, die bei Dunkelheit die Giebelwand hell ausleuchten. Das aus Brasilkiefer gearbeitete Gestühl bietet Platz für 140 Gottesdienstbesucher.

 

- Altar, Kanzel und Taufe sind aus westfälischem Naturstein gestaltet. Der Altar trägt das Schmuckstück der Kirche, einen zweiflügeligen, farbig angelegten Schnitzaltar aus der Hand des Bildhauers und Malers Max Schegulla, Dierckshausen im Kreis Harburg. 2 m breit und fast 1,50 m hoch beherrscht dieses Kunstwerk den gesamten Kirchenraum. - Über die Bildgestaltung des Flügelaltars wird die Segeberger Zeitung morgen noch einen gesonderten Beitrag veröffentlichen. (Paul Halbach)"

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Nach Fertigstellung der Hartenholmer Kirche fand ihre Einweihung am Nachmittag des 20. März 1963 durch Bischof Halfmann, Kiel, statt. Um 14.30 Uhr versammelten sich der Bischof, Propst Jaeger, die Pastoren und Kirchenältesten im Hause des Kirchenältesten Wilhelm Fallmeier, Waldgut Hartenholm, um sich für den Einzug in die neue Kirche vorzubereiten. Der Gottesdienst begann um 15 Uhr in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche.


Im Anschluss an die Einweihungsfeier fand dann im Gasthof „Hartenholmer Mühle“ für alle Beteiligten ein gemeinsames Kaffeetrinken statt. Zu den Gratulanten, die an der Einweihung teilgenommen hatten, gehörte auch Landrat Dorenburg, Bad Segeberg. Im Blick auf das nun vollendete Bauwerk sei noch nachgetragen, dass der Entwurf für das große Eingangsgiebelfenster von dem Glasmaler Hanno Edelmann, Hamburg-Rahlstedt, und der Entwurf für die Kanzelantependien von dem Ehepaar Reck, Henstedt-Rhen stammen. Die bronzene Taufschale wurde ebenso wie der Schnitzaltar und die bronzenen Leuchter von Max Schegulla, Dierkshausen, entworfen und gegossen.


Schon am Freitag, dem 22. März 1963, fand die erste Trauung (Schroedter/Voß) in der neuen Kirche statt und am Sonntag, dem 24. März, die erste Konfirmation Hartenholmer Konfirmanden.


Die nächste Aufgabe, die sich im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Kirche stellte, war die Gestaltung der Außenanlagen und die Erweiterung des Friedhofes. Daran wurde in den Jahren 1963 - 1965 geplant und gearbeitet. Der Entwurf für Außengestaltung und Friedhofserweiterung wurde der Kirchengemeinde kostenlos von dem in Hartenholm mit 2. Wohnsitz ansässigen Hamburger Baudirektor Claus Ballenthin geliefert. Herr Ballenthin kümmerte sich persönlich zusammen mit dem Kirchenältesten Wilhelm Fallmeier um die Durchführung der Arbeiten, die der Firma Kleindienst, Bockhorn, übertragen worden waren. Durch seine Hamburger Verbindungen ermöglichte es Herr Ballenthin dem Kirchenvorstand auch, günstig einen größeren Posten Pflastersteine zur Belegung des Kirchenvorplatzes zu erwerben. Ferner geht auf seine Planung und Mithilfe die Anlage des neuen Ehrenmals an der Außenwand der Kirche zurück. Am Volkstrauertag, dem 15. November 1964, wurde das Ehrenmal der Gemeinde übergeben.

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1982/83 wurde die Kirche renoviert:

Dachisolierung, Neueindeckung, Anstrich des Westgiebels, Innenanstrich.

Außerdem erfolgte der Anbau eines Sanitärraumes.

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Eine Erweiterung und Sanierung erfuhr die Hartenholmer Kirche von Juli 2001 bis März 2002. Dabei ist sie um einige Meter Richtung Straße verlängert und mit einem zweiten Portal versehen worden. Für die Orgel wurde eine kleine Empore über dem Eingang errichtet und zum Wohlbefinden der Gottesdienstbesucher eine neue Heizungsanlage installiert. Der große Glasgiebel wurde grundlegend saniert.

Am 17. März 2002 wurde der Abschluss der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten mit einem Kirchweihfest gefeiert. Seit diesem Fest trägt die Kirche den Namen "Emmaus-Kirche". Propst Dr. Klaus Kasch nahm die Weihehandlung und die durch die Bischöfin genehmigte Namensgebung vor.