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Kirchspielprozess 2030

Der Kirchenkreis Plön-Segeberg möchte sich in den sogenannten Strukturprozess "Kirchenkreis 2030"  begeben. Auf der Kirchenkreissynode am 22. September wurden den Synodalen entsprechende Pläne zum ersten Mal vorgestellt. Auf der kommenden Synode am 28. November wird dann darüber entschieden, ob der Kirchenkreis gemeinsam mit seinen 35 Kirchengemeinden diesen Weg bestreiten will.

Auf dieser Seite erhalten Sie alle aktuellen Informationen zu der Entwicklung des Prozesses.
Die wichtigsten Infos zum aktuellen Sachstand haben wir hier für Sie aufgelistet.


Warum begeben sich der Kirchenkreis Plön-Segeberg und seine 35 Kirchengemeinden in den Prozess "Kirchenkreis 2030“?

Aktuell ist der Kirchenkreis Plön-Segeberg personell mit Pastorinnen und Pastoren gut und ausreichend besetzt, es gibt kaum Vakanzen. Darüber hinaus gibt es derzeit erfreuliche Nachwuchszahlen. Nichtsdestotrotz wird sich die Situation künftig durch eine Welle von Pensionierungen und einem prognostizierbaren Nachwuchsmangel im Pfarrberuf spürbar ändern.
Nordkirchenweit wird es bis zum Jahr 2030 voraussichtlich ein Drittel weniger Pastorinnen und Pastoren geben. Deshalb gibt die Nordkirche den Kirchenkreisen auf der Grundlage landeskirchlicher Solidarität eine Obergrenze für die Anzahl der zu verteilenden Pastorinnen und Pastoren vor. Ziel hier ist, eine möglichst große personelle Verteilungsgerechtigkeit zu erreichen – ohne dass die Kirchenkreise in einen Wettbewerb um Pastorinnen und Pastoren treten müssen.
Für den Kirchenkreis Plön-Segeberg bedeutet das konkret: Bis 2030 wird die Anzahl der derzeit 67 Pfarrstellen auf etwa 44 sinken. Der Kirchenkreis will deshalb gemeinsam mit den Kirchengemeinden frühzeitig in den Prozess Kirchenkreis 2030 starten, zu einem Zeitpunkt, wo er viele Handlungsoptionen hat. Neben der zu erwartenden Pfarrstellenreduktion und dem Umgang damit, gibt es im Prozess weitere Themen zu berücksichtigen.
Dazu gehören unter anderem Überlegungen zum Umfang der gemeindlichen und pastoralen Angeboten, zu inhaltlichen Schwerpunktsetzungen in der kirchlichen Arbeit, zur gemeindlichen Infrastruktur, zur Entwicklung zwischengemeindlicher Zusammenarbeit und zur Neuordnung von Leitung und Verwaltung auf Kirchenkreis-Ebene.
Ziel ist, dass am Ende des Prozesses die Qualität der Arbeit im Kirchspiel und in den Kirchengemeinden trotz des quantitativen Rückgangs erhalten bleibt. Zudem soll und muss Kirche so nahe wie möglich bei den Menschen bleiben.
 


Was sind die Beiträge des Kirchenkreises und der Kirchengemeinden zur Kirchspielidee?

Der Kirchenkreis teilt sein Gebiet in sogenannte Kirchspiele ein. So sollen konkrete Handlungsräume für eine selbstständige Erarbeitung von Möglichkeiten im praktischen Umgang mit den zu erwartenden Veränderungen geschaffen werden. Die Kirchengemeinden können bei der Einteilung der Kirchspiele eigene Vorstellungen einbringen.
Darüber hinaus werden die Kirchengemeinden vom Kirchenkreis beauftragt, im Rahmen ihrer jeweiligen Kirchspiele die veränderten Bedingungen kreativ und eigenverantwortlich mit Leben zu füllen. Hier überlässt der Kirchenkreis den Gemeinden den größtmöglichen Gestaltungsspielraum. Die Kirchengemeinden können somit die zukünftigen Strukturen in ihrem Kirchspiel aktiv mitbestimmen.
Ziel ist es, eine, für jedes Kirchspiel, gut passende Form der Zusammenarbeit zu erarbeiten. Dabei sind regionale Unterschiede denkbar und möglich.
 


Welche Chancen bietet dieser Prozess?

Der Prozess Kirchenkreis 2030 bietet bei allen damit verbundenen Herausforderungen die große Chance, Kirche und kirchliche Arbeit in ihrer Ausrichtung und ihrem Wirken neu zu gestalten. Er beinhaltet die Möglichkeit bestehende Strukturen zu überprüfen, bei Bedarf zu modernisieren und  aufzubrechen. Es besteht die Chance den kirchlichen Blick zu weiten und dabei auch Menschen und Organisationen, die derzeit eher am Rand von Kirche stehen, neu in den Fokus zu nehmen.
Gerade die Personalprognose bei den Pastorinnen und Pastoren wirft zahlreiche Fragen auf: Welche Arbeit ist unverzichtbar. Was muss erhalten bleiben? Was  soll eventuell sogar ausgebaut werden? Was wird reduziert? Welche Tätigkeiten können Pastorinnen und Pastoren an andere Professionen oder ans Ehrenamt abgeben? Wie können Kirchengemeinden künftig neu zusammenarbeiten, um bestehende Ressourcen optimal zu nutzen und neue aufzutun? Dazu weitet sich der Blick hin zu außerkirchlichen Partnern im Raum der Kirchengemeinden. Diese Problemstellung nimmt der Kirchenkreis gemeinsam mit den Gemeinden in den Blick. Wichtige Entscheidungen sollen nicht von oben nach unten weitergeben werden, sondern zusammen diskutiert und beraten werden.
Vorschläge hierzu kommen direkt aus den Kirchspielen.
 


Warum führt der Kirchenkreis den Begriff Kirchspiel als Arbeitstitel ein?

Kirchspiel ist ein traditionelles Wort kirchlicher Organisation. Ursprünglich ist damit der Einzugsbereich der Kirche gemeint.
Aktuell ist dies ein offener und auch verfassungsmäßig nicht festgelegter Begriff, der sich – passend zum angestoßen Prozess – kreativ, sinnvoll und – wie im Namen mitklingend – auch spielerisch füllen lässt.
Der Kirchenkreis versteht die künftigen Kirchspiele als konkrete regionale Handlungsräume, in denen mehrere Kirchengemeinden inhaltlich und organisatorisch verbunden zusammenarbeiten.
 


Welche und wie viele Kirchspiele sind im Kirchenkreis geplant?

Der Kirchenkreis hat der Synode Vorschläge für die Zusammensetzung von 11 Kirchspielen gemacht. Diese sind allerdings lediglich als Diskussionsgrundlage zu verstehen. Gleiches gilt auch für die Namen der Kirchspiele.
Die finale Zusammensetzung ist derzeit noch offen und wird in den Gemeinden in den kommenden Wochen und Monaten debattiert. Den Gemeinden steht offen, eigene Vorschläge dem Kirchenkreis vorzustellen.
 


Wie gestaltet sich zeitliche Rahmen für diesen Prozess? Wie geht es weiter?

Als zeitlichen Rahmen für den gesamten Prozess ist der Zeitraum 2019 bis 2024 vorgesehen. Dieses Zeitfenster berücksichtigt die nächste Kirchengemeinderat-Wahl und die Befristung der zu schaffenden Projektstelle.Nach Abschluss an die erste Lesung, die am 22. September 2018 stattgefunden hat, bekommen jetzt die Kirchengemeinde Zeit, wichtige grundsätzliche Überlegungen zu stellen.
Am 24. Oktober 2018 findet ein Gesamtkonvent der Pastorinnen und Pastoren zu diesem Thema statt. Im November wird es jeweils für die Propsteien Plön (12. November 2018) und Segeberg (19. November 2018) Informationsabende für die Kirchgemeinderäte geben.
Am 28. November 2018 beschließt die Synode, ob der Prozess Kirchenkreis 2030 wie geplant gestartet werden kann, ob eine befristete Projektstelle besetzt wird und wie die Gestaltung der Kirchspiele umgesetzt werden kann. (Die konkrete Zusammensetzung der Kirchspiele wird dort allerdings noch nicht entschieden werden!)
Anfang 2019 sind Informationsveranstaltungen in den möglichen Kirchspielen geplant.
 


Wie unterstützt der Kirchenkreis die Gemeinden?

Der Kirchenkreis sieht sich in der Verantwortung, Resonanzräume im Rahmen des Prozesses zu bieten. Geplant ist weiterhin die Schaffung einer Projektstelle, die organisatorisch und beratend den Prozess Kirchenkreis 2030 betreut. Diese Stelle ist bis 2024 befristet und soll am 28. November 2018 von der Synode beschlossen werden.
Darüber hinaus unterstützt und begleitet der Kirchenkreis die Gemeinden unter anderem durch die Neueinsetzung eines Projektausschusses Kirchenkreis 2030, externe Moderation, innere Co-Leitung, Unterstützungspakete für Kirchspiele und projektbezogene Öffentlichkeitsarbeit.

Stand: 1.10.2018