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Ökumenische Männergruppe

Eine Gruppe von Männern im Seniorenalter trifft sich monatlich zu unterschiedlichen Unternehmungen:

  • Begegnungen mit Gruppen anderer Konfessionen

  • Besuche von Gottesdiensten anderer christlicher Kirchen, jüdischen und muslimischen Gemeinden

  • Ausflüge mit Besichtigungen von Gotteshäusern, Museen oder Ausstellungen

  • Gesprächsabende

  • Kennenlernen andersartiger Liturgien

Bei Teilnahmeinteresse melden Sie sich bitte bei:

Pastor Alf Kristoffersen oder Peter Mohr

Ökumenische Männergruppe besucht den Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg

Was veranlasst eine Gruppe von Männern im Seniorenalter einen Friedhof zu besuchen? Ist es die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit?

Auf jeden Fall präsentiert der Ohlsdorfer Friedhof eine selten gelungene Verbindung von Ruhestätte und Parklandschaft. Auf 388 ha erstreckt sich der größte Parkfriedhof der Welt und präsentiert sich mit seinen historischen Grabmalen, seinen Plastiken und der eindrucksvollen Gartenarchitektur als Kunstwerk mitten in der Großstadt Hamburg, auf dem bisher 1,4 Millionen Beisetzungen gab.

Die Gruppe wollte einen reizvollen Spaziergang über den Friedhof unternehmen, was sich aber bei der riesigen Größe des Friedhofs als eine schwierige Frage entpuppte. In dieser Situation wurden wir unerwartet von einem Mann angesprochen. Er stellte sich als aktives Mitglied des Förderkreises des Friedhofs vor und im weiteren Gespräch als aktiver Christ und erklärte sich spontan bereit, uns über den Friedhof zu führen. So gestaltete sich unser 2,5-stündiger Rundgang als eine Aneinanderreihung von Besuchen an prominenten Grabmalen von berühmten Unternehmerpersönlichkeiten, Künstlern und Politikern (u. a. Gründgens, Karasek, Vahl, Ehre, Meysel, Ballin, Borchert, Last, Erhardt, Voscherau, Laisz, Ceram, Ahlers) und immer wieder Plastiken, Brunnen, Mausoleen und Kapellen. Durch die vielen Sträucher und Bäume fällt der Blick selten auf Grabreihen sondern es entstehen lange unverstellte Blickachsen. Diese großzügige Gestaltung verdankt der Friedhof seinem Architekten Wilhelm Cordes aus dem Jahre 1877. Beeindruckend auch die zentrale Gedenkstätte für die Opfer der Nazi-Diktatur: Für jedes Konzentrationslager hängt eine Urne in einem großen Rahmen, die Überreste von Ermordeten und Erde enthält. Hier finden immer wieder Gedenkfeiern statt. Auch die große Abschiedshalle mit ihrer lichtdurchfluteten Dachgestaltung gab Impulse zum Gespräch.

Nie hätte sich uns dieser Friedhof ohne diese Führung mit den vielen Erläuterungen so informativ erschlossen.

Nach dem Mittagessens mit nachdenklichen Gesprächen besuchte die Gruppe den neu angelegten „Garten der Frauen“, ein Ort der Erinnerung mit historischen Grabsteinen von Gräbern bedeutender Frauen Hamburgs und eine letzte Ruhestätte für Frauen aus dem Förderkreis. Dieser Friedhofsteil weist einige besondere Gestaltungselemente auf: Erinnerungsspirale, Aluminiumtafeln mit den Lebensgeschichten der bestatteten Frauen, einem Informationspavillon, eine Märchenbank und eine Skulptur „Erinnerung“.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kehrte die Gruppe nach einem erfüllten Tag in den Kreis Segeberg zurück.

Verantwortlich: Peter Mohr