nach oben

Herbst-Sitzung der Synode

Kirchenkreis beschließt Neubau eines Verwaltungsgebäudes

Sie stellten nach der Synode das Bauvorhaben vor: Peter Wiegner (Präses der Synode des Kirchenkreises), Propst Erich Faehling, Tanja Warschkow (Leitung Finanzabteilung des Kirchenkreises) und Propst Dr. Daniel Havemann.
05.10.2017 ǀ Preetz 

Der Kirchenkreis Plön-Segeberg wird ein neues Verwaltungsgebäude in Bad Segeberg bauen. Das hat die Synode des Kirchenkreises am Mittwochabend bei ihrer Sitzung in Preetz beschlossen. Dafür kauft der Kirchenkreis ein rund 6.000 Quadratmeter großes Grundstück im Birkenring. Der gehört zum neuerschlossenen Gewerbegebiet Burgfelde an der Kaiser-Lothar-Allee.



Aktuell ist die Verwaltung des Kirchenkreises in der Oldesloer Straße in Bad Segeberg im Verwaltungsgebäude der Sparkasse untergebracht – im zweiten und dritten Obergeschoss. Doch der zur Verfügung stehende Platz reicht nicht mehr aus: Akten und Archivmaterial werden zurzeit zum Teil außerhalb gelagert und das als Server-Raum genutzte Zimmer ist nicht ideal für die Technik – Erweiterungen sind nicht möglich. Außerdem werden eigentlich als Sozialraum und Besprechungsräume vorgesehene Zimmer als Büros genutzt. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Verwaltungsleiter Bernd Sulimma auf der Sitzung.

Den Synodalen lagen zwei Vorschläge vor, die dieses Problem beheben würden. Neben dem Neubau gab es die Option, weitere Flächen im Sparkassen-Gebäude anzumieten – allerdings wäre das die alte Schalterhalle im Erdgeschoss gewesen, die hätte umgebaut werden müssen. Angesichts der dafür dann fälligen Miete habe man begonnen, andere Möglichkeiten zu erwägen, berichtete Sulimma. Ein anderes Gebäude mit dem entsprechenden Raum-Angebot ist nach Recherchen der Kirchenkreisverwaltung in Bad Segeberg derzeit weder zu kaufen noch zu mieten. Die Synode stimmte am Ende fast einstimmig für den Neubau – 45 der anwesenden 52 Synodalen stimmten für das Projekt, einer stimmte dagegen, sechs enthielten sich der Stimme.

Abhängig von der Größe des Gebäudes und dem gewählten Energiestandard würde nach einer ersten Kostenschätzung eines Architektenbüros dieser Bau zwischen 4,5 und 6,2 Millionen Euro kosten. Klar ist, dass die Verwaltung etwa 1.400 Quadratmeter Nutzfläche benötigt in dem neuen Gebäude. Der neu einzurichtende Bauausschuss des Kirchenkreises soll nun prüfen, ob es weiteren Platz-Bedarf bei kirchlichen Einrichtungen oder auf dem Gewerbeflächenmarkt in Bad Segeberg gibt. Falls das der Fall ist, würde das Gebäude entsprechend größer geplant werden. Wenn diese Frage geklärt ist, wird ein Architekten-Wettbewerb über das Aussehen des Gebäudes entscheiden. Geht alles Plan geht, beschließt die Synode im ersten Halbjahr 2018 den Bau – auf Grundlage einer genauen Kostenplanung.

 „Wir freuen uns über den Beschluss der Synode“, erklärten die beiden Pröpste des Kirchenkreises Plön-Segeberg, Dr. Daniel Havemann und Erich Faehling nach der Sitzung. „Er ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung an die Mitarbeiter, dass die Synode die Platzprobleme in der Verwaltung ernst nimmt und für eine moderne und angemessene Arbeitsumgebung sorgt“, sagte Havemann nach der Sitzung. „Mich freut, dass fast alle Mitglieder der Synode diesen Schritt mittragen – aus allen Teilen des Kirchenkreises“, sagte Faehling.

Der Geschäftsführer der kirchenkreiseigenen Propsteialtenheim gGmbH Michael Steenbuck berichtete auf der Synodensitzung über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens. Die sei positiv, sagte Steenbuck: "Die Talfahrt ist gestoppt". Das wirtschaftliche Ergebnis für die Zeit von Januar bis August 2017 habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erheblich verbessert. Das sei durch viele kleine Veränderungen und das großartige Engagement der Mitarbeiter möglich gewesen, sagte Steenbuck. Er berichtete von einem besser gesteuerten Personaleinsatz und erfolgreichen Verhandlungen mit den Pflegekassen. Steenbuck hatte die Geschäftsführung des Unternehmens im vergangenen November übernommen. Die Gesellschaft ist Betreiber der beiden Pflegeeinrichtungen des Kirchenkreises in Bad Segeberg: dem Propsteialtenheim und dem Marienhofs. In dem Unternehmen arbeiten insgesamt 85 Mitarbeiter. Beide Einrichtungen zusammen haben 125 vollstationäre Pflegeplätze. Zum Marienhof gehören darüber hinaus 35 barrierefreie Wohnungen. Beide Einrichtungen erhielten bei der jüngsten Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen Anfang 2017 die Note "sehr gut".

Steenbuck ist auch Geschäftsführer des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Plön-Segeberg. In dieser Funktion berichtete er vom Fortschritt beim Bauvorhaben "Haus am Cathrinplatz". Im Zentrum von Preetz soll ein neues Pflegeheim entstehen, das von einem Investor gebaut und vom DW betrieben wird. Steenbuck berichtete, dass nun die Baugenehmigung vorliegt, erste Vorarbeiten abgeschlossen sind und im November der erste Spatenstich erfolgen soll.

Hintergrund: Was macht die Kirchenkreisverwaltung?

Die Verwaltung des Kirchenkreises Plön-Segeberg übernimmt viele administrativen Aufgaben für die Kirchengemeinden, kirchlichen Einrichtungen in der Region (auch für das Diakonische Werk und das Propsteialtenheim) und natürlich den Kirchenkreis selbst. Hier werden die (Gemeinde)-Haushalte geführt und die Beiträge und Gebühren für die Kindergärten, Friedhöfe und Liegenschaften im Auftrag der Gemeinden verwaltet. Die Personalabteilung kümmert sich unter anderem darum, dass die kirchlichen Mitarbeiter ihr Gehalt bekommen. Außerdem berät und prüft die Verwaltung  - etwa in Baufragen und Rechtsangelegenheiten. Die Kirchenkreisverwaltung ist außerdem Trägerin der aktuell fünf kirchenkreiseigenen Kindertagesstätten. Sie übernimmt für den Kirchenkreisrat vorbereitend Aufgaben der Kirchenaufsicht. Zurzeit arbeiten etwa 50 Mitarbeiter in der Kirchenkreisverwaltung.


Daniel Neitzke

Fotos (M.Morgenthum) von der Synodentagung