nach oben

Geschichtliches

Die erste Kirche überhaupt war die St.-Georgs-Kapelle auf dem Kapellenberg westlich Fernwisch, die bald nach 1216 erbaut worden sein muß. Der vermutliche Taufstein der Kapelle wurde gefunden. Er stand jahrelang als Blumenkübel im Garten der Hufe Finck in Krokau. Heute befindet er sich im Turmraum unserer Kirche.


1259 wurde das Kirchspiel bzw. die Kirche in Schönberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Wir wissen, daß die Kirche an derselben Stelle stand wie die heutige. Über die Größe, die Ausmaße und die baulichen Veränderungen an dieser ehemaligen Kirche wissen wir nichts. Es gibt keine Zeichnung, kein Gemälde von ihr. Im großen Brande von Schönberg in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1779 wurde sie vollkommen vernichtet. Mit dem Wiederaufbau der Kirche wurde der "Landesbaumeister in Kielschen Landen", Johann Adam Richter (1733-1813), beauftragt.


Im Kirchenbau hielt er konsequent am Backsteinbau und an barocken Formen fest. 1780 bis 1784 baute er an der Schönberger Kirche. 1787 gestaltete er die frühgotische Probsteierhagener Kirche um.

Auffallend ist die Ähnlichkeit der Kappelner Kirche (1789 bis 1793 von ihm erbaut) mit unserer Kirche. Unsere Kirche nennt man sein Gesellen- die Kappeiner Kirche sein Meisterstück.

Die Kosten für den Schönberger Kirchenbau wurden zum geringsten Teil durch die Versicherungs-summe von der damals schon existierenden Landesbrandkasse gedeckt. Der Neubau kostete 52.422 Mark und 4 Silbergroschen. Von den Spenden brachte die Kirchspielgemeinde Schönberg mit 37.452 Mark den Löwenanteil auf. Die Kapitalien mußte die Gemeinde zinsbar aufnehmen.

 Die neue Kirche wurde wie die alte an der höchsten und markantesten Stelle unseres Ortes errichtet, dort, wo das Ostufer der Schönberger Au auf 15,72 m über Normalnull ansteigt. Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf den Baukörper vom tiefsten Punkt des alten Friedhofs von Westen aus. An den 34 Meter hohen Turm mit Zeltdach, Laterne, Zwiebelhaube, Spit­ze mit vergoldeter Kugel und einem Barsch als Windfahne schließt sich der Backsteinsaalbau der Kirche in Gestalt eines Längsrechtecks mit den Ausmaßen 47 x 19,4 Meter mit beidseitig angeschrägten Ecken an. Das Adelsgeschlecht der Her­ren von Barsbeke führte drei rote Barsche im Wappen, daher die Gestalt der Windfahne.

Ein wuchtiges Walmdach ist dem Saalbau aufgesetzt. Ein viereckiger Dachreiter mit kleiner, vergoldeter Kugel und Kreuz schmückt das Dach. Das Mauerwerk, auf einem Granit­sockel ruhend, wird durch den Backstein sparsam gegliedert. Es tritt an den Gebäudeecken, den Mit­telportalen und am Untergeschoß des Turmes durch sogenannte Lisenen hervor. Das sind Hausteine mit tiefen Fugen.

Die zwölf großen Rundbogenfenster im Untergeschoß haben granitene Sohlbänke und Schlusssteine. Dazu kommen an jeder Längsseite je ein Giebelfenster und zwei Dachgaubenfenster. Sie lassen viel Licht in den weiten Innenraum. An der Westseite des Turmes befindet sich eine Tafel mit dem Baudatum 1781 und der In­schrift "Soli Deo Gloria".